WIR: Kooperation - Plädoyer für kleine Einheiten

Wir Menschen sind Resonanzwesen. Wir brauchen Resonanzen, um uns zu entwickeln, unser Verhalten und unser Denken abzugleichen. Gleichzeitig verhalten wir uns umso kooperativer, je mehr wir den Eindruck haben, das andere dies auch tun. Die Quintessenz davon ist - Kooperation muss im Unternehmen “sichtbar” für uns sein. Festzustellen ist, dass kleinere Einheiten in Unternehmen diese Möglichkeit besser abbilden können, weil sie Kooperationen beobachtbar machen.

 

Warum kommt also echte wirkungsvolle Kooperation in vielen Unternehmen nicht zustande, weil ggf. viele Organisationseinheiten zu groß sind. Dabei will ich nicht verschleiern, dass viele Geschäftsmodelle eine gewisse Größe zur effizienten Leistungserbringung, Skaleneffekte und Synergiepotentiale benötigen. Aber ab einem gewissen Punkt schlagen die Vorteile jedoch in Nachteile um und um dann noch Kooperation “herzustellen” benötigt man umfangreiche Instrumente und Prozesse. Ein kostenintensiver Kippeffekt setzt ein, man spricht hier von “Komplexitätskosten”. Man will also Kooperationen managen. Kooperationen ergeben sich nicht mehr auf “natürliche” Weise, sondern werden eingeschränkt vorgegeben. Das eigene künstlich errichtete System torpediert Kooperationen.

 

FAZIT: Kleinere Einheiten in einem relativ engen territorialen Rahmen ist unsere grundsätzlich biologische (z.B. Familie) Erfahrung. Dort wird der gemeinsame Weg erfahrbar, dort kann sich ein WIR entwickeln. Seit vielen Jahren wird über die richtige Firmengröße, aber auch Teamgröße nachgedacht. Wie groß darf eine Leistungseinheit sein? Eine konkrete Antwort, die für alle Unternehmen gilt, wird es nicht geben. Feststellbar ist, je größer das Unternehmen ist oder die Organisationseinheit ist, umso mehr übernehmen nur noch wenige Mitarbeiter Verantwortung für das Ganze. Mitarbeiter handeln dann rational ignorant: Ich bin ja hier nur ein kleines Rädchen im Getriebe. Was Menschen aber brauchen, um motiviert zu arbeiten, das Gefühl, dass es auf ihn/sie ankommt.

 

TIPP: Wenn ich mehr wirkungsvolle Kooperation im Unternehmen erzeugen will, muss ich über kleinere Einheiten nachdenken, wenn ich keine Kooperation will dann nicht. Den beweglichen und fokussierten Teams gehört die Zukunft. Zusätzlich ist die Entscheidungshoheit für viele Tatbestände und Geschehnisse den Teams selbst zu übertragen. Nur dadurch können kleinere Einheiten schnell und beweglich bleiben, und ohne Verzögerungen auf Marktereignisse und neue Entwicklungen reagieren. Das notwendige VERTRAUEN in einer komplexen Welt hat vor allem in kleineren Einheiten eine Chance. Denn Kooperation ist ohne Vertrauen nicht möglich.

 

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