Unternehmerisches „Wir“ heißt - Zusammenhalt fördern

Die neue Arbeitswelt verläuft nicht mehr linear, nicht mehr oben und unten, nicht mehr einseitig und vielfach mehrdimensional. Als einzelner Mitarbeiter bin ich heute in einer Projektstruktur eingebunden, morgen wieder in linear hierarchischen Systemen, übermorgen außerhalb des Unternehmens in offenen Netzwerken.

Gerade in der Entwicklung einer neuen Arbeitswelt geht es um Innovation, Unternehmergeist und damit um Einzigartigkeit. Der vermeintliche Durchschnittsarbeiter wird durch das vermeintlich kreative Talent ersetzt. Das individuelle Ausleben und die individuelle Laufbahn wird gestärkt.

Individualisierung ist eine wichtige Entwicklung, da sie uns ermöglicht frei und selbstbestimmt zu leben und zu arbeiten. Wir können heute grundsätzlich sehr individuelle Lebens- und Arbeitsbiographien schreiben und aus einer fast unüberschaubaren Vielfalt der Angebote sehr individuell wählen. Die Individualisierung ist mittlerweile so stark ausgebaut, dass sie sich auch in Unternehmen als eine starke Ich-Kultur zementiert. Eine zu starke Ich-Kultur im Unternehmen gibt aber nur ungenügende Antworten auf eine vielfältige dynamische Umwelt. Hier benötigen wir eher kollektive Intelligenz und gemeinschaftlich konstruktive Zusammenarbeit.

 

Natürlich ist es für den Einzelnen ein Befreiungserlebnis orts- und zeitunabhängig zu arbeiten und manchmal sicherlich auch sehr sinnvoll. Allerdings stellt dies wiederum für andere eine spürbare Belastung dar, da stabile Grenzen wegfallen und möglicherweise die Vereinsamung zunimmt. Neue Arbeitsformen sind in jedem Fall eine gute Möglichkeit, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Es erzeugt aber gleichzeitig auch eine hohe Herausforderung in der Koordination und Kommunikation von Team-Gemeinschaften. Wir haben in den Themen der neuen Arbeitswelt fast überall ein “Sowohl-als-auch”, dass uns in der unternehmerischen Gestaltung der Gemeinschaft herausfordert.

 

FAZIT: Die Themen der neuen Arbeitswelt bleiben in ihrer Komplexität widersprüchlich und bergen daher auch eine Gefahr der Entsolidarisierung, wenn man sie zu klein und individuell betrachtet. Auch hier ist die Metasicht einzunehmen, um die systemischen Auswirkungen für das Unternehmen wahrzunehmen. Dabei ist anzuerkennen, dass Zusammenhalt kein sich ergebener Reifungsprozess ist, den man beobachten kann, sondern ein unternehmerischer Auftrag, der neue Gestaltung verlangt.

 

TIPP: Ein Gestaltungselement ist das PEP-Modell (Modell: Cohesive Leadership von Franz Kühmayer, 2018). F. Kühmayer propagiert in seinem Ansatz ein höheres Verantwortungsbewusstsein und ein Führungsstil, der den Zusammenhalt fördert.

 

PEP steht für:

 

Purpose: “Wie wird die Welt durch unser Handeln ein Stück besser?”

Education: “Wie müssen wir unsere individuelle Weiterentwicklung stärker auf Zusammenarbeit ausrichten?”

Participation: “Wie können wir Mitarbeiter am gemeinsamen Fortkommen beteiligen?”

 

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