Zentral oder dezentral - eine falsche Frage in dynamischen Märkten

Die Frage “zentral oder dezentral?” ist bei hoher Dynamik nicht die geeignete Frage. Wie immer entstehen durch falsche Fragen nur falsche Antworten. Wir brauchen neue Denkansätze. Die Funktionen in Unternehmen können wir in zwei Gruppen teilen:

Die Zentrale und die dezentralen Bereiche im Unternehmen. Bei niedriger Dynamik und Komplexität der Märkte bearbeitet die Zentrale alle externen Umfeld-Fragen und erzeugt daraus Prozessabläufe und Anweisungen an die dezentralen Bereiche des Unternehmens.

Die dezentralen Bereiche machen daraus bestenfalls wertschöpfende Handlungen. Die Koppelung der Systeme (Zentrale und dezentrale Bereiche) nennt man Steuerung.

 

Bei bestehender Dynamik und Komplexität wächst der Anteil der externen Umfeld-Fragen, die so schnell bearbeitet werden müssen, dass für den Umweg über die Zentrale keine Zeit bleibt. Eine mögliche Steuerung wird durch die Dynamik ausgehebelt. Die dezentralen Bereiche müssen dann die Umfeld-Fragen, die bei ihnen eingehen, selbst dynamisch bearbeiten.

 

FAZIT: In vielen Unternehmen wird die Wirkung von Dynamik und Komplexität noch ignoriert und es bleibt bei der Frage: “Was ist besser: zentral oder dezentral?”.

 

TIPP: Besser wäre eine komplexere Fragestellung: Wie können die bisher eher starr etablierten Zuständigkeiten so zerlegt werden, dass sie arbeitsteilig auf die Zentrale und die dezentralen Bereiche aufgeteilt und möglichst ohne Steuerung gekoppelt werden können? Eine mögliche neue dynamik-orientierte Arbeitsteilung zwischen Zentrale und den dezentralen Bereiche erzeugt eine befruchtende gegenseitige Abhängigkeit. Die dezentralen Bereiche sind mit ihren Alltagsaufgaben meist voll ausgelastet. Sie haben keine Zeit, sich über langfristige Entwicklungen, technologische Trends oder Neuausrichtung für morgen den Kopf zu zerbrechen. In dieser Hinsicht verlässt sie sich auf die Dienstleistung der Zentrale. Die Zentrale braucht idealerweise, wenn sie nicht von ihrer eigenen “selbstgefälligen” Kompetenz überzeugt ist,  wiederum die dezentralen Bereiche als Partner, um Daten zu sammeln, Ideen zu testen und Markttrends überhaupt aufzuspüren.

 

Diese gegenseitig befruchtende Abhängigkeit ist die Basis für gut abgestimmte Schnittstellen, die die Zentrale und die dezentralen Bereiche ohne Steuerung koppeln. Dies setzt eine hohe offene und wertschätzende Kommunikation voraus. Gemeinsame Lernräume und das Ausprobieren neuer Denkansätze ermöglichen erst diese Gestaltung. Heute findet man sie noch sehr selten.

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